Invarlatten 3m_11035+11036

Invarlatten 3m_11035+11036

 

Beschreibung

Invarlattenpaar 3 m – Nr. 11035 + 11036

Typ: mit 1,5-cm-Teilung
Hersteller: Carl Zeiss Jena
Länge: 3 m
Preis, Stand 01.09.1961: 339,00 DM der BRDa)
a) Preisliste für Vermessungsgeräte, Werner Jähnert, Generalvertretung der optischen Werke Jena, Göttingen, Weender Landstraße 6 Hochhaus, Seite 24
Preis, Stand 1963: 863,10 DM der DDRb)
b) Preisliste Handelsprogramm, Vermessungsgeräte, Geodätisches Zubehör, (DDR-Maßstab), Versorgungskontor für Maschinenbau-Erzeugnisse Karl-Marx-Stadt, Fachgebiet Geodäsie, Cunersdorf (Kreis Zwickau) 4H, Seite 3

„In neuerer Zeit wurden Invarbandlatten1) konstruiert, um die Nachteile der hölzernen Latten auszuschalten. 3 m lange, hölzerne Latten2) können sich bei einer Temperaturschwankung von 10 °C um 0,12 bis 0,24 mm in der Länge ändern, ein gleich langes Invarband aber nur um 0,0 bis 0,04 mm. Das Lattenmeter einer Invarbandlatte ist innerhalb eines großen Temperaturbereichs praktisch unveränderlich. Außerdem ändern hölzerne Latten infolge einwirkender Feuchtigkeit ihre Länge bis zu mehreren Zehntelmillimetern auf 1 m, Invarbandlatten hingegen werden nicht beeinflusst.
1) Invar (Abkürzung für invariabel) ist eine Legierung aus etwa 36 % Nickel und 64 % Stahl (Ausdehnungskoeffizient α = 0,0 bis + 1,5 * 10-6 °C-1). Erfunden 1897 von Benoit und Guillaume im „Bureau International des Poids et Mesures“ in Paris.
2) Ausdehnungskoeffizient für Holz αH = 4 bis 8 * 10-6 °C-1.
Das 25 mm breite und 0,7 mm dicke Invarband trägt 2 um etwa 25 mm gegeneinander verschobene 1/2-cm-Strichteilungen und liegt in den Nuten eines U-förmigen Holzgehäuses. An beiden Enden des Holzgehäuses sind Stahlkappen angebracht. Die unten angebrachte Kappe – zum Aufsetzen auf den Höhenpunkt – ist gehärtet und rechtwinklig zur Lattenachse abgeschliffen. Der Anfang des Invarbandes ist mit der unteren Kappe der Latte fest verbunden; das Band wird mit 20 kg Zugkraft durch eine Feder am oberen Ende des Bandes gleichmäßig gespannt. Dehnungen des Holzgehäuses und Nachlassen der Spannung haben auf die Länge des Invarbandes praktisch keinen Einfluß und können deshalb außer acht gelassen werden. Die Markierungen und die Bezifferung sind auf dem Holzrahmen aufgetragen. … Da die dünnen Teilstriche auf größere Entfernung nicht mehr deutlich zu erkennen sind, stellt der VEB Carl Zeiss, Jena, jetzt eine Invarbandlatte mit versetzter 1/2-cm-Teilung her, bei der die einzelnen Teilstriche 3 mm breit sind.“

Quelle: Fritz Deumlich, Manfried Seyfert, Instrumentenkunde der Vermessungstechnik, 1. Auflage, 1957, Seite 207 und 208

Auf Grund der obigen Beschreibung handelt es sich bei dem hier vorgestellten Lattenpaar offensichtlich um eine solche Variante. Beide Latten befinden sich in einem sehr guten, gebrauchsfähigen Zustand. Als Zubehör sind die Fußplatten vorhanden. Die Transportkiste ist in einem guten, stabilen Zustand. Die Transportkiste, die Fußplatten, die Spannvorrichtungen, die Dosenlibellen sowie die Führungen für die Haltegriffe sind im sogenannten Craclé-Lack ausgeführt. Das lässt darauf schließen, dass die Latten in den 1950-er oder 1960-er Jahren des 20. Jahrhunderts hergestellt worden sind. Ein Stempel im Innern der Transportkiste datiert auf den 6. Februar 1962. Das Besondere an diesem Lattenpaar sind die aufeinanderfolgenden Seriennummern.

Vorderseite unteres Lattenende

Vorderseite oberes Lattenende

 

Komplettansicht der Latten aus 5 Einzelbilden zusammengesetzt

 

Rückseite unteres Lattenende

 

Rückseite Mittelteil mit Dosenlibellen und Haltegriffen

 

Rückseite oberes Lattenende mit Spannvorrichtung für das Invarband

Spannvorrichtung für das Invarband

 

Dosenlibellen

 

Ansicht Transportkiste von links vorn

 

Ansicht Transportkiste von rechts hinten

 

Unteres Lattenende mit Fußplatten

 

Fußplatten

Oberes Lattenende