Tachymetertheodolit Theo IV

Tachymetertheodolit Theo IV

 

Beschreibung

Tachymetertheodolit Th IV – ein ehemaliges Instrument der Wehrmacht

Hersteller: Carl Zeiss Jena
Vergrößerung: 28-fach (laut GEO G 10-036-1 D, Seite 3 von 1946 ist die Vergrößerung 27-fach)
Objektivdurchmesser: 35 mm
Gesamtbrennweite: 210 mm
Fernrohrlänge: 185 mm
Gesichtsfeld im Objektraum: 1° 40′
kürzeste Zielweite: 1,8 m
Durchmesser des Horizontalkreises: 90 mm
Durchmesser des Vertikalkreises: 70 mm
Teilkreisteilungen hier: jeweils 400 gon

Der Theodolit IV ist ein einfaches, stabiles und sehr leistungsfähiges Instrument für:

  • topographische Tachymetrie
  • katastermäßige Präzisionstachymetrie
  • Polygonierung über und unter Tage
  • Absteckungsarbeiten und
  • Triangulation niederer (IV.) Ordnung.

Quelle: GEO 200, Seite 18

Ganz unten in der Bildergalerie finden Sie eine Darstellung aller Bauteile des Th IV mit Beschreibung Derselben.

Zur Historie des Instrumentes habe ich folegndes in Erfahrung gebracht:
– Herstellungsjahr ca. 1942 (anhand der Seriennummer 54629 mit Hilfe des Zeiss-Archives in Jena ermittelt)
– 1945 als Beutegut eines sowjetischen Offizieres der Roten Armee in die Sowjetunion gebracht
– 1967 in der Sowjetunion justiert
– danach irgendwann noch Polen verkauft
– 2016 habe ich das Instrument mit dem Zubehör und den beiden Transportbehältern in Polen gekauft

Nicht ganz voll funktionsfähiger, jedoch sonst fast neuwertiger Zustand mit sehr geringen Lagerungsspuren.
Die Repetitionsklemme klemmt nicht. Das werde ich aber reparieren.

Ich habe bei diesem einmaligen Instrument die Bildreihenfolge so gewählt, als ob der Betrachter beim erstmaligen Öffnen des Transportbehälters anwesend ist. Vielleicht kann ich so den Eindruck vermitteln, den ich zum betreffenden Zeitpunkt hatte.


Die äußere Transportkiste aus Holz mit Rückenpolster aus Leder.
 
Kurz vor dem Öffnen, Aufdruck: Zeiss Theodolit IV Nr. 54629.

In der Holzkiste ist noch eine extra Metalltransportkiste, Aufdruck wie auf der Holzkiste.
Beidseitig im Deckel sind noch mal Polster angebracht, die die Metallkiste sicher fixieren.
 
Im Deckel der Stempel „Wa.A. 202“ / Nach meinen Recherchen ist das der Abnahmestempel
des Waffenamtes der ehemaligen Deutschen Wehrmacht nach der militärischen Abnahme.
Dieser Abnahmestempel hat den Übergang vom Hersteller – hier Carl Zeiss Jena – an die
Wehrmacht in der vereinbarten Qualität bestätigt. Für die Abnahme von Lieferungen
an das Heer war das „Heereswaffen-Amt“ zuständig. Die nachfolgende Nummer
kennzeichnet die jeweilige Abnahmestelle. Leider konnte ich nicht in Erfahrung
bringen, was die 202 genau bedeutet. Sicher ist nur, dass die 202 für Carl Zeiss Jena
steht und zwischen 1933 und 1939 rausgegeben wurde.
Über ergänzende Hinweise wäre ich sehr dankbar!
 
Die geöffnete Holzkiste ohne die Metalltransportkiste. Seitlich und auf dem Boden sind
Metallstreifen angebracht, die wie eine Feder wirken und somit Stöße absorbieren.
 
Jeweils seitlich in der Mitte sind die Befestigunglaschen angeordnet, mit denen die
Metalltransportkiste innerhalb der Holzkiste fixiert wird.
 
Die Metalltransportkiste im geschlossenen Zustand – noch.
 
An der Stirnseite kann man den Metallstift erkennen, an dem die Metalltransportkiste
innerhalb der Holzkiste fixiert wird. Weiterhin sind die Metallplatten als Verstärkung
im Bereich der Stahlfedern erkennbar.
 
Endlich – die geöffnete Metalltransportkiste mit Inhalt. Kaum zu glauben, aber beim
Öffnen entströmte der Kiste ein eigenartiger Geruch. Aber kein Wunder nach 74 Jahren!
 
Im Deckel links unten ein kleiner Aufbewahrungskasten für Zubehör.
Rechts daneben noch ein Stempel vom Waffenamt des Heeres.
Links oben die Halterung für den Objektivdeckel. Mittig das Bild mit dem Inhalt.
 
Das Bild mit dem Inhalt in Großaufnahme. Hier kann man sehen, was leider fehlt:
oben links das Ölfläschchen, der Schraubendreher und der Justierstift,oben rechts die Taschenleuchte.
Sonst ist glücklicherweise alles vorhanden.
 
Hier noch mal der Stempel vom Heereswaffenamt.
 
Die Stativanzugschraube in dem kleinen Holzbehälter im Deckel.
 
Der fast komplett erhaltene Inhalt in der Metalltransportkiste.
 
Sechskantschlüssel, Staubpinsel und Schnurlot.
 
Der Adapter für die Beleuchtung.
 
Links im Holzrahmen die Kreisbussole, rechts der Reflektor für die Strichkreuzbeleuchtung.
 
Der Adapter für die Kreisbussole.
 
Blick in die Metalltransportkiste ohne den Theodolit.
 
Hinweisschild auf dem Boden der Metalltransportkiste. Dieser wurde wahrscheinlich 1939 gedruckt.
 
Die Metalltransportkiste mit den Trageriemen aus Leder, deren Zustand als neuwertig
bezeichnet werden kann. Darunter das vorhandene Zubehör.
 
Hier noch mal das Zubehör.
 
Dies ist ein Justier-Prüfbericht in russischer Sprache aus dem Jahr 1967.
 
Der Th IV in voller Pracht mit aufgesetzter Kreisbussole. Die folgenden 7 Bilder
wurden so aufgenommen, als ob sich der Theo im Uhrzeigersinn um seine
Achse dreht, jeweils in 45 °-Intervallen.
 
 
 
 
 
 
 
 
Blick auf die Kreisbussole, rechts der Feststellknopf (mit rotem Punkt) für die Magnetnadel.
 
Ausgeschwenkte Kreisbussole auf dem Adapter.
 
Links das Fernrohrokular, rechts das Ablesemikroskop für die Teilkreise.
 
Links oben die Nivellierlibelle auf dem Fernrohr.
 
Links der ausgeklappte Ablesespiegel für die Höhenindex-Libelle.

Am Vertikalkreis die Modellbezeichnung Th. IV, darunter der Hersteller Carl Zeiss Jena,
darunter die Herstellungsnummer 54629 und vorn die Nivellierlibelle.
 
Hinten die Nivellierlibelle, vorn die Höhenindex-Libelle.
 
Hinten die Röhrenlibelle zum genauen Horizontieren, vorn die Dosenlibelle
zum raschen genäherten Horizontieren.
 
Der geöffnete Beleuchtungsspiegel für Horizontal- und Höhenkreis (dreh- und kippbar).
 
Der aufgesetzte Adapter für die Beleuchtung.
 
Der Lagerring für die anklemmbare Bussole, mittig die Klemmschraube für die Fernrohrkippung.
 
Der Reflektor für die Strichkreuzbeleuchtung mit Aufsteckring auf dem Objektiv.
 
Der Schutzdeckel für das Objektiv.
 
Hinten oben die Einspielschraube für die Höhenindex-Libelle, vorn oben die Feinstellschraube
für die Fernrohrkippung, unten links die Klemmschraube für die Seitenbewegung, links hinten
der Klemmhebel für die Kreisklemme und unten vorn die Feinzielschraube für die Seitenbewegung.
 
 
Draufsicht
 
Ansicht von unten
 
Ansicht und Benennung der wesentlichen Teile des Th. IV